Energieeffizienz

Die Konferenzergebnisse in Durban zeigen es abermals: Klimaschutz kann nur noch von unten kommen!
Leider drohen jedoch die Klimaziele der Landeshauptstadt Wiesbaden, die mit 20 % Senkung des Energieverbrauchs bis zum Jahr 2020 bereits erschreckend niedrig bemessen sind, sehenden Auges zu scheitern. Noch am 29.11.2011 forderte das Umweltamt Wiesbaden vor dem Umweltausschuss “erhebliche Anstrengungen” zur Steigerung der Effizienz und Einsparung des Wiesbadener Energieverbrauchs.

Dabei sollte die Landeshauptstadt Wiesbaden als gutes Beispiel vorangehen: Energie, die man nicht verbraucht, muss gar nicht erst erzeugen werden! Die Hebel für die Möglichkeiten der Energieeinsparung sind da, man muss sie nur in die Hand nehmen – umsetzen – das Potenzial dazu hat jeder Haushalt, einfach jeder Bürger.

Mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln ist es lt. Experten der E.T.H. Zürich ohne weiteres möglich, den Energieverbrauch auf die Hälfte zu senken. (www.novatlantis.ch)
Dass Energieeinsparung nicht mit Komfortverlust verbunden sein muss, zeigen charmante Beispiele, die z.T. seit Jahren in vielen Städten erfolgreich auf den Weg gebracht wurden.
Die Umsetzung der Klimaziele benötigt jedoch zunächst ein funktionierendes Energiemanagement.

Rhein/Main VOLL ERNEUERBAR will deshalb:
In Wiesbaden und der benachbarten Region die Kooperation von Klimaschutzagentur, Umweltamt, ESWE, lokalem Gewerbe und Einzelhandel durch regelmäßige Konsultationen verbessern (institutionalisierte Gespräche unter Leitung des Umweltamtes).

Des Weiteren müssen umgehend außerordentliche Haushaltsmittel zur Verbesserung der Energieverbrauchsbilanz in Wiesbaden eingestellt werden:
Mit zunächst ca. 500.000 € sollen Strom- und Energieverbrauchssenkungen gefördert werden (allein für die Exploration der Tiefen-Geothermie in Wiesbaden wurden bisher 1,5 Mio. € eingeplant bevor ein Beschluss zur 1. Bohrung gefällt werden kann!).
Die Finanzierung könnte, nicht dass wir partyfeindlich wären, auch über Umschichtungen aus bisherigen “Fest- u und Feuerwerksetats”, aber auch durch eine Nahverkehrsabgabe für jeden Bürger über 18 Jahre oder eine leichte Erhöhung der Grundsteuer erfolgen oder Förderprogramme des Landes und des Bundes nutzen – mittelfristig rechnen sich die Einsparungen von ganz alleine!

  1. Im Bereich der eigenen Liegenschaften, vor allem u. a. der Schulen gibt es immer noch enorme Sparpotentiale! (bessere Kooperation der Ämter, siehe u.a. Energieagentur Regio Freiburg)
  2. Bei einem Projekt in zunächst 100 freiwilligen Haushalten in Wiesbaden mit kostenloser Energieberatung, Pressebegleitung und anschließender Preisverleihung könnte eine Stromsparkampagne gestartet werden (ganz nach Beispielen wie “Tübingen macht blau”, “2000 Watt-Familien in 2050 in Radolfzell und Singen” u.v.m.)
  3. Gewerbe, Vereine, Religionsgemeinschaften sollten nach dem erfolgreichen Frankfurter Modell gefördert werden (Effizienzberatung bezuschussen, Investitionsmaßnahmen bestimmen, Förderung: je eingesparter KW/h erhält der Antragsteller 10 Cent als Investitionszuschuss)
  4. Bei der energetischen Sanierung von Gebäuden bisherige Sanierungsrate in Wiesbaden von 0,75% p.a. auf 3% p.a. steigern. Energieberatung kostenlos anbieten! (angelehnt an Beispiel Freiburg/Brsg.)
  5. Austauschaktion “hocheffiziente Heizungspumpe” wie viele andere deutsche Städte es bereits praktizieren.

  6. Aktionspreise für Energiespargeräte, z.B. Kühl-Gefriergeräte, Waschmaschinen, moderne Wäschetrockner in Kampagnen u. a. mit dem Einzelhandel unterstützen.
  7. Intelligente Konzepte für den Einsatz von Blockheizkraftwerken, u. a. “Schwarmstromkonzept” (LichtBlick) übernehmen, wenn ESWE nicht selbst aktiv wird.
  8. Job-Ticket bzw. kostenlosen Nahverkehr durch Busse bzw. Sammeltaxi sichern, mehr Fahrradstellplätze in/an Bushaltestellen (wie U.S. Städte beispielhaft zeigen)
  9. Ausbau sicherer Fahrradwege (wie lange und sicher fahre denn mit meinem Rad von Kastel nach Dotzheim?)
  10. Regelmäßige Kampagnen: Ernährungsangebote auf regionale Produkte umstellen, Aufklärung und Tipps für bewusste Ernährung, die energie- und CO2-intensive Fleischproduktion reduziert.

Rhein/Main VOLL ERNEUERBAR findet Energie sparen intelligenter als Energie produzieren.