FR: Energie sparen kann die Wende bringen

Frankfurter Rundschau, 29.11.2011

Energie sparen kann die Wende bringen

Verein „Rhein-Main – Voll erneuerbar“ fordert Windräder und Gebäudesanierungen.

Aus der Projektgruppe „Rhein-Main – Voll erneuerbar“ ist ein Verein gleichen Namens mit 19 Mitgliedern geworden. Und deren Vorsitzender Hans-Werner Greß bilanziert, dass der Klimaschutz in Wiesbaden „zu schleppend“ vorankomme. Deshalb macht sich der Verein, dem viele Grünen-Mitglieder, aber auch Bürger und Experten angehören, für Windräder und Energieeinsparung durch Haussanierungen stark. Es reiche nicht aus, ihre Effizienz zu loben, sagt Hanjo Hubitsch vom Verein. „Den Worten müssen Taten folgen, indem man mit der Ausweisung von Standorten in unserer Heimatregion ernst macht und in die Genehmigung von Anlagen einsteigt.“ In Wiesbaden besteht Hubitsch zufolge ein Potenzial von rund 270 Millionen Kilowattstunden, verteilt auf 30 Anlagen. Der Strom sei mit Kosten von weniger als neun Cent pro Kilowattstunde konkurrenzfähig zu dem konventionellen aus Kraftwerken.

Dreh- und Angelpunkt der Energiewende bleibt nach Auffassung von „Rhein-Main – Voll Erneuerbar“ indes die Energieeinsparung. Es sei „völlig unverständlich, dass insbesondere die Gebäude- und Heizungssanierung nicht massiv ausgeweitet wird“, so Vorsitzender Greß.

„Kommune soll fördern“

Neue Pumpen oder ein hydraulischer Abgleich im Heizungsverteilsystem seien nicht teuer, brächten aber viel Energieersparnis. Insgesamt könnte man so in Wiesbaden rund 200 Millionen Kilowattstunden einsparen. Wie andere Städte solle auch hier ein kommunales Förderprogramm „Wiesbaden spart Strom“ starten.

Im Jahr 2007 hatte das Stadtparlament beschlossen, bis zum Jahr 2020 den Anteil der regenerativen Energien auf 20 Prozent zu erreichen. Greß findet es „höchst bedenklich, dass der Gesamtenergieverbrauch in Wiesbaden nach wie vor bei 8808 Millionen Kilowattstunden pro Jahr liegt und seit Jahren nicht gesunken ist“. Kleine Erfolge durch Gebäudedämmung und -modernisierung würden durch eine Zunahme des Stromverbrauchs fast vollständig zunichte gemacht“.

Auch der Anteil regenerativer Energie am Energieverbrauch sei trotz neuer Solaranlagen und Thermalwassernutzung mit 5,4 Prozent noch sehr weit vom angepeilten Ziel entfernt. Selbst mit der geplanten Biomasseverbrennungsanlage an der Deponie würde sich dieser Anteil lediglich auf 7,8 Prozent erhöhen. (byb.)

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