Pressemitteilung von Rhein/Main Voll Erneuerbar e.V. zur Pressekonferenz am 30.10.2012 bzgl. Windkraftanlagen in Wiesbaden und Taunusstein

Der Energiewendeverein Rhein/Main Voll Erneuerbar e.V. (RMVE) wertet die Pressekonferenz zur Windkraft auf dem Taunuskamm am 30.10.2012 als wichtiges Signal. „Das lässt hoffen, dass es die Verantwortlichen im Rathaus und bei der ESWE mit der Energiewende ernst meinen“, sagte der Vereinsvorsitzende Hans-Werner Greß. „Wiesbaden muss seiner Verantwortung nun gerecht werden. Ein Handeln nach dem St.-Florians-Prinzip wäre gefährlich, denn ohne die erneuerbaren Energien wäre in Folge des Klimawandels nicht nur unser Landschaftsbild bedroht.“
RMVE begrüßt es, dass seine Vorschläge vom Januar dieses Jahres nun in die Planungen aufgenommen wurden. Damals hatte RMVE in der Presse die ursprüngliche Standortauswahl der Stadt an Hammereisen und Dachskopf kritisiert und darauf hingewiesen, dass sich vielmehr die Höhenzüge des Taunus für die Windkraftnutzung eignen, auch weil dort, wie z.B. auf der Rassel und an der Hohen Wurzel, große Flächen durch Windwurf vorgeschädigt sind.
„Immerhin wurden jetzt endlich erste und richtige Schritte eingeleitet, auch wenn die Mühlen in Wiesbaden etwas langsamer mahlen als anderswo“, kommentierte Greß die Ergebnisse der Pressekonferenz. Jedoch könnte die bisher zögerliche und umständliche Vorgehensweise der Stadt und von ESWE besonders für die Standorte auf der Wiesbadener Gemarkung problematisch werden, denn diese befinden sich zum Teil auf FFH-Gebieten (Fauna-Flora-Habitat). Der in Arbeit befindliche Regionalplan Südhessen sieht jedoch voraussichtlich einen Ausschluss von FFHGebieten für die Windkraftnutzung vor. Durch ein zügiges und entschlossenes Vorgehen wäre es möglich gewesen, den Genehmigungsantrag für die Windkraftanlagen noch vor der Veröffentlichung des Regionalplans einzureichen und somit auch Standorte zu realisieren, die mit dem FFH-Gebiet verträglich sind. Inzwischen ist es ungewiss, ob dies zeitlich noch machbar ist.
Greß begrüßte auch die angekündigte Bürgerbeteiligung im Planungsprozess, mahnte dabei aber an, nicht um den heißen Brei zu reden. Natürlich werde man die Windkraftanlagen von Wiesbaden und Taunusstein aus sehen, da sie nun mal auf den Höhenzügen stehen müssen um möglichst viel Strom produzieren zu können. Doch ohne Windenergie wären die Klimaziele der Stadt Wiesbaden kaum zu erreichen. Und die absehbaren Folgen des Klimawandels würden nicht nur ästhetische Beeinträchtigungen rund um das schöne Wiesbaden nach sich ziehen, sondern hätten materielle Folgen für Leib und Leben bei uns und anderswo. „Für meinen Verein gibt es in dieser Abwägung
ein klares JA zur Windkraft.“ RMVE hoffe nun, dass auch Wiesbaden als zukunftsorientierte Stadt selbstbewusst zu diesem wichtigen Vorhaben stehe und es endlich rasch umsetze.
Zugleich kündigte Greß an, dass RMVE zusammen mit anderen Energiewende-Initiativen eine Bürgerenergiegenossenschaft gründen wolle, die Anteile an der Betreibergesellschaft ESWE Taunus GmbH erwerben wolle. Nach den eher ernüchternden Erfahrungen mit der städtischen Beteiligungsgesellschaft Mein Solar Wiesbaden hält es RMVE für zweifelhaft, ob eine kommunale Gesellschaft die für die Finanzierung von Windenergieanlagen erforderlichen, großen Summen zusammen bringen kann. „Es wäre ratsam, hier eher auf die Stärke und Kreativität von echten Bürgergenossenschaften zu setzten“, so der Vorsitzende des Energiewendevereins RMVE.

Wiesbaden, 31.10.2012

Rhein/Main Voll Erneuerbar e.V.
c/o Hans-Werner Greß

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