Wiesbadener Kurier: Windräder auf Taunussteiner Gebiet? Und wenn ja, wo?

24.03.2012 – TAUNUSSTEIN
Wiesbadener Kurier, 24. März 2012

ENERGIEWENDE Magistrat lässt Bedarf zum Erreichen der Klimaschutzziele ermitteln / Hofnagel strebt Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen an

(mg). Zur Gestaltung der Energiewende dürften auch Windkraftanlagen kein Tabu sein, ist der Taunussteiner Magistrat überzeugt. Deswegen hat er beschlossen, unter Berücksichtigung des Gesamtenergiekonzeptes der Stadt den Bedarf zu ermitteln, der zur Erreichung der Klimaschutzziele der Bundes- und Landesregierung gegebenenfalls durch Windkraftanlagen gedeckt werden kann.

Konkret lautet die Beschlussempfehlung: „Der Magistrat wird unter Berücksichtigung der bereits vorhandenen Erkenntnisse aus dem Taunussteiner Energie- und Klimaschutzbericht beauftragt, ein Konzept zu entwickeln, wie der Gesamtenergiebedarf der Stadt Taunusstein bis 2050 möglichst vollständig aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann. Hierbei sollte die erste Priorität auf der Energieeinsparung und der Energieeffizienzsteigerung liegen. Zweitens ist dabei auch zu prüfen, inwieweit zur Erreichung der Ziele des Klimagipfels in den Taunussteiner Gemarkungen Windkraftanlagen erforderlich sind.“ Ob und wo Windkraftanlagen auf dem Stadtgebiet möglich und notwendig sind, soll von der Verwaltung nun bis zum Herbst erarbeitet werden, sagt Bürgermeister Michael Hofnagel (CDU).

Wie berichtet, will das Regierungspräsidium 2013 Windvorrangflächen ausweisen. Drei Standorte kämen nach einer ersten Untersuchung in Sachen Windhäufigkeit auf Taunussteiner Gemarkung infrage: Die Hohe Wurzel, der Eichelberg bei Wehen und die Platte.

Zu diesem Thema gebe es in der Bevölkerung „völlig unterschiedliche Befindlichkeiten“, ist Hofnagel bewusst. Ihm sei es deshalb wichtig, bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Diskussion und Auseinandersetzung mit dem Thema in der Bevölkerung anzustoßen.

„Ich glaube, dass dies ein Thema ist, das man am Ende nur mit einem breiten politischen Konsens lösen kann, denn bei der Standortwahl wird es später Betroffenheiten geben, die nicht wegzudiskutieren sind.“ Man habe naturschutzfachlichen Kriterien und dem Schutz der Landschaft ebenso Rechnung zu tragen, wie der entscheidenden Berücksichtigung der Abstandsflächen zur Siedlungsbebauung und den möglichen Beeinträchtigungen der Wohnsituation.

Hofnagel sieht die Lösung der Frage der Windkraft nur im interkommunalen Dialog lösbar. Es sei unabweisbar, dass bei dem Bau von Windkraftanlagen auf dem Taunuskamm sowohl die Landeshauptstadt Wiesbaden wie auch die Stadt Taunusstein betroffen seien. Und es sei „völliger Unsinn“, wenn jeder auf seiner Seite irgendwo eine Windkraftanlage hinstelle, die sich die andere Kommune anzuschauen habe. Deshalb solle eine Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen wie Bad Schwalbach und Hohenstein, Niedernhausen und Wiesbaden angestrebt werden.

Zudem soll das Konzept sowohl Aussagen zur Rechtsform und zur Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen beinhalten, wie auch einen Vorschlag darüber, wie sich die Bürger Taunussteins an einer solchen Entwicklung beteiligen und davon finanziell profitieren könnten. Es sei wichtig, noch in diesem Jahr eine verlässliche Entscheidungsgrundlage für die städtischen Gremien zu erarbeiten.

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